ADAC-Verkehrssicherheitstraining „Achtung Auto“
Für einige Verwunderung sorgte gleich die erste Übung: Die Schülerinnen und Schüler sollten einschätzen, an welcher Stelle ein mit Tempo 30 herannahendes Auto zum Stehen kommen würde, und dort ihre Pylonen aufstellen. Eigentlich waren sich viele ziemlich sicher, den richtigen Abstand gewählt zu haben. Doch bei der anschließenden Bremsung zeigte sich schnell: Sicher standen sie dort keineswegs. Das Fahrzeug kam deutlich später zum Stillstand, als viele erwartet hatten.
Genau diese Erfahrung ist eines der zentralen Anliegen des ADAC-Verkehrssicherheitsprogramms „Achtung Auto“, an dem die Schülerinnen und Schüler aller acht 5. Klassen der GSB teilnahmen. Das Training hat an der Gesamtschule Battenberg bereits eine lange Tradition und wird seit 2010 regelmäßig durchgeführt. Auch in diesem Jahr standen wieder wichtige Fragen im Mittelpunkt: Wie lang ist der Anhalteweg eines Autos tatsächlich? Welche Rolle spielen Reaktionszeit und Geschwindigkeit? Und warum kann es gefährlich werden, sich beim Überqueren einer Straße allein auf die eigene Einschätzung zu verlassen?
Dabei stand nicht graue Theorie, sondern vor allem das eigene Erleben und Ausprobieren im Mittelpunkt. In verschiedenen praktischen Übungen erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie schnell man sich bei Geschwindigkeit und Bremsweg verschätzen kann. Besonders anschaulich wurde dabei der Unterschied zwischen Reaktionsweg, Bremsweg und Anhalteweg vermittelt.
Auch am eigenen Körper konnten die Kinder erfahren, dass niemand auf ein plötzliches Signal augenblicklich reagieren kann. Aus dem Lauf heraus sollten sie auf ein Signal möglichst schnell zum Stehen kommen. Die dabei zurückgelegte Strecke machte deutlich: Zwischen dem Erkennen einer Gefahr und der tatsächlichen Reaktion vergeht Zeit. Übertragen auf ein Auto bedeutet dies, dass das Fahrzeug zunächst noch Strecke zurücklegt, bevor die eigentliche Bremsung überhaupt beginnt.
Besonders eindrucksvoll wurde es schließlich bei den praktischen Bremsversuchen mit dem Auto. Was zuvor berechnet, geschätzt und ausprobiert worden war, konnten die Schülerinnen und Schüler nun unmittelbar beobachten. Dabei wurde deutlich, welchen großen Einfluss bereits eine Veränderung der Geschwindigkeit auf den Anhalteweg haben kann.
Das Training zeigte auf eindrucksvolle Weise, warum es im Straßenverkehr so wichtig ist, aufmerksam zu sein, Geschwindigkeiten und Entfernungen nicht zu unterschätzen und beim Überqueren einer Straße genügend Sicherheitsabstand einzuplanen.
Mit „Achtung Auto“ leistete der ADAC damit erneut einen wichtigen Beitrag zur Verkehrserziehung an der GSB. Für unsere Schülerinnen und Schüler war das Training nicht nur eine spannende Abwechslung vom Unterricht, sondern vor allem eine Erfahrung, die im Gedächtnis bleiben dürfte – spätestens seit sie wissen, dass eine vermeintlich sicher aufgestellte Pylone noch lange keinen sicheren Standort bedeutet.
S. Gottschalch

